Auf der Suche nach Wasser auf dem Mars sind Gummistiefel unerlässlich.

Zuerst eine schlechte Nachricht: Der Mond ist sehr weit weg. Zu Beginn des Klafünf-Konzerts am 19.11.2016 um 20:00, wird die Entfernung vom Reitstadel zum Mond genau 380.504,5 Kilometer betragen.

Noch eine weitere schlechte Nachricht: Alleine während der Dauer unseres Konzerts bewegt sich der Mond auf seiner Umlaufbahn um weitere 400 Kilometer vom Mittelpunkt der Erde weg. Unser Versprechen „Fly Me To The Moon“ rückt dadurch mit jeder Minute weiter in die Ferne.

Aber wir wären nicht Klafünf, wenn wir dafür keine Lösung parat hätten, um unserem Motto, zumindest teilweise, doch noch gerecht zu werden.

Aufgrund der sog. „Erdrotation“ (auf eine nähere Beschreibung dieses überaus schwer nachvollziehbaren physikalischen Sachverhalts soll an dieser Stelle verzichtet werden) dreht sich die eine Seite der Erde im Laufe eines Tages zum Mond hin, während sich gleichzeitig die gegenüberliegende Erdseite vom Mond abwendet. Ein ähnlich komplexes Konzept findet auch beim Dönerspieß Anwendung.

Was viele Neumarkter nicht wissen: Schon zu seiner Erbauung Ende des 14. Jahrhunderts wurde der Reitstadel eigentlich als Transportmittel für extreme Reisegeschwindigkeiten konzipiert. Komplexe physikalische Effekte (vgl. „Erdrotation“) führen dazu, dass der Reitstadel seither einmal täglich die Erdachse umrundet und dabei Tag für Tag 26094 Kilometer zurücklegt. (Dass der Reistadel jedes Jahr auch genau einmal um die Sonne wandert – vgl. „Jahreszeiten“ – wollen wir hier außen vor lassen).

Während Sie also bei Klafünf im Konzert sitzen, reisen wir mit Ihnen ganz bequem 2174 Kilometer weit, ohne dass Sie auch nur einen Fuß vor den anderen setzen müssen.
Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 1090 km/h sind Sie im Reitstadel schneller unterwegs als mit jedem Jumbojet.

Natürlich haben wir den Zeitpunkt des Konzerts exakt so gewählt, dass die einzigartige geografische Lage des Reitstadels perfekt ausgenutzt wird: Während des Konzerts, beginnend am 19.11. um 20:00 Uhr, befindet sich der Reitstadel genau auf derjenigen Seite der Erde, die sich auf den Mond zu bewegt. Auch das anfangs erwähnte Wegdriften des Mondes von der Erde wird durch die unglaubliche Reisegeschwindigkeit des Reitstadels mehr als ausgeglichen.

Durch dieses perfekte Timing und seine unfassbare Geschwindigkeit bringt der Reitstadel das Publikum und die Band während des etwa zweistündigen Konzerts ganze 1310,2 Kilometer näher an den Mond heran. Es fehlen dann zwar noch immer 379194 Kilometer und 300 Meter, aber es soll ja auch noch etwas Weg für die musikalische Reise übrig bleiben.

Als krönenden Abschluss haben wir veranlasst, dass sich der Mond gegen Ende unserer Konzertreise, nämlich um 21:49 Uhr, zwischen Amtsgericht und Hofkirche über den Horizont erheben wird. Bei entsprechender Witterung kann er dann von unserem Publikum aus allernächster Nähe (379333,7 Kilometer) betrachtet werden.

Um 04:31 Uhr in derselben Nacht werden wir uns spätestens wieder auf den Rückweg machen, ab dann entfernt sich der Reitstadel nämlich wieder vom Mond und setzt seine Reise auf die anderen Seite der Erde fort. Auch wenn Sie zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich nicht mehr an Bord sein werden, sind wir zuversichtlich, dass Sie trotzdem irgendwie nach Hause kommen.

Ein Beitrag von Dipl.-Ing. Daniel „Düsentrieb“ Winter, Luft- und Raumfahrtingenieur